Kurze Antwort
Cloud-Dienste wie OneDrive und Google Drive sind nützlich für die Synchronisierung und die Wiederherstellung gelöschter Dateien, aber sie sind allein kein vollständiges Backup. Wenn eine Datei sowohl aus dem Papierkorb als auch aus dem Versionsverlauf gelöscht wird oder wenn das Konto kompromittiert wird, verschwindet die Kopie zusammen mit dem Original. Für einen ernsthaften Schutz benötigen Sie zusätzlich eine unabhängige Kopie, zum Beispiel auf einer externen Festplatte oder einem NAS-Gerät.
So erkennen Sie das Problem
- Dateien existieren nur im Cloud-Ordner, nirgends auf der lokalen Festplatte
- Nach dem Löschen ist die Datei nicht mehr im Papierkorb des Cloud-Dienstes
- Die Synchronisierung hat die Datei sowohl vom Computer als auch aus der Cloud gelöscht
- Das Konto wurde gehackt und die Daten wurden geändert oder gesperrt
- Es gibt keine Kopie, wenn der Dienst eine Störung hat oder das Konto gekündigt wird
Häufigste Ursachen
Synchronisierung ist kein Backup
OneDrive und Google Drive übertragen Änderungen in beide Richtungen. Wenn Sie eine Datei löschen oder überschreiben, wird diese Änderung überall angewendet, sodass es keine alte Kopie außer in der begrenzten Historie gibt.
Kurze Aufbewahrungsfrist für gelöschte Dateien
Papierkorb und Versionsverlauf speichern Daten nur für eine begrenzte Zeit, abhängig vom Kontotyp und den Einstellungen. Nach Ablauf dieser Frist ist die Datei dauerhaft verloren.
Ein Konto, ein Ausfallpunkt
Wenn Sie den Zugriff auf Ihr Konto aufgrund eines vergessenen Passworts, Diebstahls oder einer Sperrung verlieren, können Sie den Zugriff auf das Konto und damit auf alles in der Cloud verlieren. Ohne eine zweite Kopie gibt es keine Wiederherstellung.
Ransomware verschlüsselt auch synchronisierte Dateien
Schadsoftware ändert Dateien im lokalen Ordner, und die Synchronisierung überträgt diese Änderungen sofort in die Cloud.
Unzureichender Speicherplatz und selektive Synchronisierung
Dateien, die als „nur in der Cloud“ markiert sind, existieren lokal nicht und sind daher nur verfügbar, solange Internet und Konto in Ordnung sind.
Lösung Schritt für Schritt
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Prüfen Sie, was sich derzeit in Ihrer Cloud befindet
Öffnen Sie
OneDriveoderGoogle Driveim Browser und prüfen Sie, welche Ordner Sie tatsächlich speichern. Achten Sie darauf, ob die Dateien auf den Computer synchronisiert werden oder nur in der Cloud liegen. Notieren Sie, was kritisch ist: Dokumente, Fotos, Datenbanken, Geschäftsdateien. - 2
Ermitteln Sie die Aufbewahrungsfrist für gelöschte Dateien
Öffnen Sie in OneDrive den
Papierkorbin der Weboberfläche und sehen Sie nach, wie lange gelöschte Dateien aufbewahrt werden. Öffnen Sie in Google Drive denPapierkorbund prüfen Sie dasselbe. Diese Frist ist Ihre Wiederherstellungsfrist, kein dauerhafter Schutz. - 3
Aktivieren Sie den Versionsverlauf und prüfen Sie ihn
Klicken Sie in OneDrive mit der rechten Maustaste auf eine Datei und wählen Sie
Versionsverlauf. In Google Drive klicken Sie mit der rechten Maustaste und wählenDateiinformationen>Versionen verwalten. Wenn der Verlauf nicht verfügbar ist, ist das ein Zeichen dafür, dass die Cloud bei überschriebenen Dateien nicht selbst helfen wird. - 4
Erstellen Sie eine unabhängige Kopie auf einer externen Festplatte
Schließen Sie eine externe Festplatte an und kopieren Sie die wichtigsten Ordner manuell, oder verwenden Sie
Dateiversionsverlaufin Windows (Systemsteuerung > System und Sicherheit > Dateiversionsverlauf). Verwenden Sie unter macOSTime MachineüberSystemeinstellungen > Allgemein > Time Machine. Bewahren Sie die Festplatte nach Abschluss der Kopie getrennt vom Computer auf. - 5
Richten Sie eine automatische Kopie des Cloud-Ordners ein
Wenn Sie den Cloud-Ordner als Hauptordner verwenden, aktivieren Sie die Kopie auf eine externe Festplatte oder ein NAS. In Windows kann dies
Dateiversionsverlaufsein, wenn die Dateien lokal verfügbar sind, oder auf einem NAS ein geplanter Task, der den Ordner vom Computer abruft. Das Ziel ist, dass eine Kopie außerhalb des Cloud-Kontos existiert. - 6
Aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung
Aktivieren Sie 2FA in den Kontoeinstellungen: im Microsoft-Konto über
Sicherheit > Erweiterte Sicherheitsoptionen, im Google-Konto überSicherheit > Bestätigung in zwei Schritten. Dadurch verhindern Sie, dass ein Passwortdiebstahl auch die Cloud-Kopie zerstört. - 7
Testen Sie die Wiederherstellung an einer Datei
Prüfen Sie vor dem Test, ob die Kopie existiert, und testen Sie nicht an der einzigen Ausfertigung einer Datei. Wählen Sie eine kleinere Datei, löschen Sie sie und versuchen Sie, sie aus dem Papierkorb und aus dem Versionsverlauf wiederherzustellen. Stellen Sie sie dann auch von der externen Festplatte wieder her. Wenn ein Schritt nicht funktioniert, ist das Backup unzuverlässig, unabhängig davon, ob die Dateien existieren.
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Führen Sie die Drei-Kopien-Regel ein
Halten Sie das Original auf dem Computer, eine Kopie in der Cloud und eine Kopie auf einer externen Festplatte oder einem NAS. Damit decken Sie Löschung, Festplattenausfall und Kontoverlust ab. Die Cloud wird dann zu einer Schutzschicht, nicht zur einzigen.
Wann die Cloud nicht ausreicht und was weiter zu tun ist
Die Cloud ist am schwächsten als einzige Kopie bei Ransomware, Kontodiebstahl und bei Geschäftsdaten, die über Jahre aufbewahrt werden müssen. Führen Sie in diesen Fällen ein lokales Backup auf einer externen Festplatte oder einem NAS ein, mit mindestens einer Kopie außerhalb des Büros. Prüfen Sie bei Geschäftskonten, ob der Administrator Daten auch nach dem Löschen eines Benutzers wiederherstellen kann, denn normale Benutzerkonten haben diese Möglichkeit nicht. Wenn Sie eine Datenbank oder Dateien haben, die sich ständig ändern, planen Sie die Kopie nachts und prüfen Sie das Aufgabenprotokoll. Verlassen Sie sich nicht darauf, dass der Cloud-Dienst alles wiederherstellt: Sein Papierkorb und sein Versionsverlauf haben eine begrenzte Lebensdauer.
So beugen Sie vor
- Halten Sie mindestens eine Kopie außerhalb des Cloud-Kontos, auf einer externen Festplatte oder einem NAS
- Aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung für das Cloud-Konto
- Prüfen Sie regelmäßig, ob die Backup-Aufgabe fehlerfrei ausgeführt wird
- Löschen Sie keine Dateien aus der Cloud, bevor Sie geprüft haben, dass eine Kopie existiert
Wann Sie einen Profi rufen sollten
Wenden Sie sich an den IT-Support, wenn Sie Geschäftsdaten in der Cloud haben, wenn das Konto kompromittiert wurde oder wenn Sie nicht feststellen können, ob die Backup-Aufgabe ordnungsgemäß funktioniert.
IT-Infrastruktur-Wartung · Server, Netzwerke, Backup, Sicherheit und HelpdeskHäufige Fragen
Reicht OneDrive für ein Backup?
OneDrive ist gut für die Synchronisierung und die Wiederherstellung gelöschter Dateien innerhalb der vom Dienst festgelegten Frist. Als einzige Kopie reicht es nicht aus, denn Löschung oder Kompromittierung des Kontos treffen sowohl die Cloud als auch den Computer.
Wie lange bewahrt Google Drive gelöschte Dateien auf?
Google Drive bewahrt gelöschte Dateien im Papierkorb nur für eine begrenzte Zeit auf, und auch der Versionsverlauf hat eine Frist. Die genaue Frist hängt vom Kontotyp und den Einstellungen ab, prüfen Sie sie daher im Papierkorb und in den Einstellungen.
Schützt die Cloud vor Ransomware?
Nicht vollständig. Wenn der Ordner synchronisiert wird, werden geänderte Dateien in die Cloud übertragen. Deshalb ist auch eine Kopie erforderlich, die zu einem anderen Zeitpunkt erstellt wird und nicht direkt mit dem Computer verbunden ist.